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Vereine & Ehrenamt · Bach

Gut gerüstet für den Ernstfall: Neues Katastrophenschutzfahrzeug für die Feuerwehr Bach

Von Freiwillige Feuerwehr Bach a. d. Donau · 04.07.2026
Foto: Der Schlüssel wurde symbolisch übergeben

Das neue Katastrophenschutzfahrzeug „LF 20 KatS" wurde speziell dafür konzipiert, dass die Feuerwehr Bach bei überörtlichen Schadenslagen und Katastropheneinsätzen wirksam tätig sein kann, betonte Bürgermeister Thomas Schmalzl am 04.07.2026 bei der Segnung des neuen Einsatzfahrzeuges und des Anbaus an das Gerätehaus.

Der Gemeindechef überreichte symbolisch den Schlüssel an Kommandant Andreas Landsmann und seine Mannschaft. Vor der Segnung marschierte die Feuerwehr Bach, begleitet von den Kameraden aus Frengkofen, Demling und Sulzbach, zur Fatimakapelle. Pfarrer Stephan Rödl zelebrierte die Andacht, bei der Feuerwehrjugend bei den Fürbitten für den Schutz der Einsatzkräfte und aller Menschen bat. Pfarrer Rödl nahm die Segnung vor und besprengte Fahrzeughalle, Fahrzeug, die Aktiven und Besucher mit Weihwasser. „Ursprünglich war von uns und der Gemeinde geplant, zuerst ein neues Feuerwehrhaus zu bauen und dann eine Ersatzbeschaffung unseres Löschgruppenfahrzeugs anzustreben“, berichtete Kommandant Landsmann über den Weg von der Idee zur Ausführung.

Von der Feuerwehr wurde im April 2018 ein Antrag auf Um- oder Neubau des Gerätehauses gestellt, wobei der Gemeinderat einen Neubau beschloss. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück gestaltete sich schwieriger als gedacht. Mit der Zeit wurden die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde geringer, standen doch die Projekte Kindergarten und Schule an. „So wurde in Gesprächen mit der Gemeinde beschlossen, einen Anbau am Gerätehaus zu machen, da ein neues Fahrzeug zu groß für die bestehenden Hallen gewesen wäre und es an Platz mangelte“, so Landsmann. Im Dezember 2023 wurden der neue Antrag wurde auf Erweiterung des Gerätehauses und die Ersatzbeschaffung des Löschgruppenfahrzeuges vorgelegt. Die Gemeinde begann mit der Planung des Anbaus und es wurde im Juli 2024 ein erster Plan präsentiert. Im Jahr 2025 starteten dann die Arbeiten für die Halle in Holzständerbauweise. „Hans-Jörg Scheck, damals noch Gemeinderat, wurde als Bauleiter eingesetzt und kümmerte sich um den Ablauf“, hob Landsmann hervor. Die Renovierung des Unterrichtsraums und der Damentoilette wurde in Eigenleistung des Vereins durchgeführt. „Unser Löschgruppenfahrzeug LF 8 ist im Jahre 1989 zu uns gekommen. Aufgrund des hohen Alters von 37 Jahren gestaltet sich die Arbeit mit diesem Fahrzeug immer schwieriger. Ersatzteile waren so gut wie gar nicht mehr zu bekommen“, bedauerte Landsmann. Mit dem damals amtierenden Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer wurde beratschlagt, welches Fahrzeug für das Gemeindegebiet sinnvoll wäre. Die Entscheidung fiel auf das LF 20 Kats. Dieses Fahrzeug sei von der Beladung nahezu identisch mit dem Vorgänger, schilderte der Redner. Insgesamt können 600 Meter-B-Schläuche mitgeführt werden. Neu seien der Wasser- und Schaumtank, der Lichtmast und eine Waldbrandausrüstung. „Wegen des demografischen Wandels und der Arbeitszeiten war es uns wichtig, dass das Fahrzeug mit so wenig Personal, wie möglich einsatzfähig ist, da gerade tagsüber viele nicht vor Ort sein können“, meinte Landsmann. Nach Vorführungen von mehreren Herstellern, fasste die aktive Mannschaft zusammen, was wichtig wäre. Den Zuschlag für die Ausschreibung des Fahrzeugs bekam das Ingenieurbüro Andreas Dittlmann aus Passau. Ein intensiver Austausch zwischen dem elfköpfigen Führungsteam und dem Ingenieurbüro folgte. „Es waren viele Stunden für die Durcharbeitung der Beladelisten und unserer Wünsche unserer Aktiven erforderlich, bis die Ausschreibung fertig war. Denn wir wollten natürlich so viel Ausrüstung wie möglich aus dem LF 8 zu verwenden um Kosten zu sparen“, erörterte Landsmann. Es wurden rund 70 Prozent der Beladung übernommen, wie die Tragkraftspritze, der Stromerzeuger, die Steckleiter und der Atemschutz. Die Firma MAN bekam den Zuschlag für das Fahrgestell, die Firma Rosenbauer für den Aufbau und die Firma Wolfgang Jahn für die Ausrüstung. Im Oktober 2025 wurde das Fahrgestell von MAN zu Rosenbauer geliefert. Im Januar 2026 wurde die Ausrüstung nach Österreich geliefert. Im Februar fand die Rohbaubesprechung bei Rosenbauer statt. „Am 18. und 19. Juni durften wir das Fahrzeug abnehmen, wir wurden eingewiesen und brachten es mit nach Hause. Ich bitte die Aktiven, die Ausbildung fleißig mitzumachen – das beste Gerät hilft nichts, wenn es niemand bedient kann“, sagte das Feuerwehroberhaupt und übermittelte Dankesworte an alle Beteiligten. Vorsitzender Christian Scheidacker hob hervor, dass Landsmann federführend viele Stunden in die Beschaffung gesteckt habe.

„Manche Bürger denken vielleicht: muss ein solches Fahrzeug überhaupt sein? Diese Frage verstummt, wenn derjenige selbst in eine Notsituation kommt und froh ist, wenn die richtigen Hilfsmittel bereitstehen“, sprach Bürgermeister Schmalzl. Es sei eine Investition in den Schutz von Menschenleben, in die Sicherheit von Eigentum und in die Zukunft unserer Gemeinde. Moderne Anforderungen erfordern eine moderne Ausrüstung. Mit dem neuen Fahrzeug werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Einsatzkräfte effektiv, sicher und professionell arbeiten können. Das Aufgabenspektrum habe sich ausgeweitet. Zunehmende Unwetterereignisse, Hochwasserlagen, Stromausfälle zeigen, wie bedeutsam ein leistungsfähiger Katastrophenschutz sei. „Die Herausforderungen unserer Zeit machen deutlich: Sicherheit endet nicht an der Ortsgrenze. Die Wehr ist ein Teil eines starken Netzwerks“, hob Schmalzl hervor. Das Herzstück der Wehr seien die Menschen, die sich ehrenamtlich einsetzen, Familie und Arbeitsplatz verlassen, wenn eine Alarmierung kommt. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für das Gemeinwohl und geben der Bevölkerung das beruhigende Gefühl, dass im Notfall kompetente Hilfe bereitsteht.

Von einem gelungenen Anbau, einer beeindruckenden Gemeinschaftsleistung und einem Gemeinderat, der hinter seinen Feuerwehren stehe, sprach Landrätin Tanja Schweiger. Nach über zwei Jahren Planung und Beschaffung wurde alles festlich hergerichtet. Dass beweise, dass es für die Bacher Floriansjünger ein besonderer Tag in der Vereinsgeschichte sei. „Ich kann gut schlafen, denn ich weiß, die 175 Feuerwehren im Landkreis Regensburg werden ihrer Verantwortung gerecht“, so Schweiger und verwies auf die Familienangehörigen und Arbeitskollegen, die es ermöglichen, dass die Aktiven jederzeit ihren Dienst erfüllen können. „Es war ein langer Weg bis zu diesem Ergebnis. Ein lang gehegter Wunsch ging für die Bacher Feuerwehr in Erfüllung. Ich wünsche euch allzeit eine gute Hand bei den Einsätzen, allzeit eine gute Fahrt, und dass ihr immer gesund zu euren Familien zurückkehrt“, erwähnte Kreisbrandinspektor Georg Koller.

Fotos: Meilinger

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